{"id":25150,"date":"2019-11-27T08:14:00","date_gmt":"2019-11-27T08:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paraplegie.net\/?p=25150"},"modified":"2019-12-23T15:09:40","modified_gmt":"2019-12-23T15:09:40","slug":"querschnittslaehmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paraplegie.net\/de\/querschnittslaehmung\/","title":{"rendered":"QUERSCHNITTSL\u00c4HMUNG"},"content":{"rendered":"<p>Als\u00a0<strong>Paraplegie<\/strong>\u00a0wird eine L\u00e4hmung der unteren oder oberen Extremit\u00e4ten bezeichnet, die durch R\u00fcckenmarkssch\u00e4digungen unterhalb des vierten Halswirbels entstanden ist. Mit der L\u00e4hmung einher geht auch der Verlust der Empfindungen. Die Ursachen einer\u00a0Paraplegie\u00a0k\u00f6nnen vielseitig sein. H\u00e4ufig entstehen\u00a0Paraplegien\u00a0durch Verkehrsunf\u00e4lle, Sportunf\u00e4lle oder Unf\u00e4lle im Haushalt. Auch w\u00e4hrend einer Operation kann es zu Verletzungen der Wirbels\u00e4ule mit anschliessender Paraplegie kommen. Wenn sich Nerven entz\u00fcnden oder Nervenbahnen durch Tumore an einer ung\u00fcnstigen Stelle abgeklemmt werden, kann dies ebenfalls zu L\u00e4hmungen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Bei einer\u00a0<strong>Paraplegie<\/strong>\u00a0ist das R\u00fcckenmark unterbrochen und leitet dadurch keine Reizimpulse mehr weiter, die vom Gehirn an die Extremit\u00e4ten gesendet werden. Bei gesunden Menschen werden Bewegungsimpulse durch das Gehirn ausgesendet, die \u00fcber das R\u00fcckenmark in die entsprechenden K\u00f6rperregionen weitergeleitet werden, wodurch eine Bewegungsreaktion ausgel\u00f6st wird. Bei einer <strong>Paraplegie<\/strong> stoppt der Impuls an der gesch\u00e4digten Stelle im R\u00fcckenmark und kommt dadurch nicht mehr in den betroffenen K\u00f6rperstellen an. Dadurch sind f\u00fcr den Patienten keine selbstgesteuerten Bewegungen mehr m\u00f6glich. In extremen F\u00e4llen kann von der Paraplegie auch die Atemmuskulatur betroffen sein.<\/p>\n<p>Die Folgen einer\u00a0<strong>Paraplegie<\/strong>\u00a0sind f\u00fcr viele Betroffene gravierend. Es fehlt ihnen die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Ber\u00fchrungen, Temperaturen und Schmerzen. Sind die unteren Extremit\u00e4ten betroffen, kann es zu einer gest\u00f6rten Blasen- und Darmfunktion, einer Beeintr\u00e4chtigung der Sexualit\u00e4t oder einer St\u00f6rung des gesamten Kreislaufsystems kommen. Trotzdem die Extremit\u00e4ten gel\u00e4hmt und unempfindlich gegen Ber\u00fchrungen sind, kann ein sogenannter Phantomschmerz entstehen. Dieser wird dadurch ausgel\u00f6st, dass das Gehirn keine R\u00fcckmeldung mehr erh\u00e4lt und diese Fehlinformation mit Schmerz gleichsetzt.<\/p>\n<p>Durch den Mangel an Bewegungen versteifen die Gelenke; die Muskulatur bildet sich zur\u00fcck und Knochenbr\u00fcche entstehen schneller. Wenn ein Patient aufgrund einer\u00a0<strong>Paraplegie<\/strong>\u00a0lange liegen muss, entz\u00fcnden sich h\u00e4ufig die wund gelegenen Stellen. Paraplegien werden in der Regel operativ therapiert. Mit einem chirurgischen Eingriff wird versucht, die Wirbels\u00e4ule \u00e4usserlich zu stabilisieren. Direkt an den Krankenhausaufenthalt sollte sich eine Reha-Massnahme anschliessen, in der eine schrittweise Wiederherstellung des Gleichgewichtes und der Koordinierung der Gliedmassen angestrebt wird. \u00dcber den Krankheitsverlauf und die Therapieaussicht entscheiden bereits die Erste-Hilfe-Massnahmen am Unfallort. Patienten mit Verdacht auf Sch\u00e4digungen der Wirbels\u00e4ule m\u00fcssen unverz\u00fcglich stabil gelagert und wenn m\u00f6glich auf einer Vakuummatratze transportiert werden.<\/p>\n<p>Dabei m\u00fcssen w\u00e4hrend des Transportes ruckartige Bewegungen unbedingt vermieden werden. Besonders wichtig ist die sofortige Fixierung des Genicks. Wenn nach einem Unfall der Verdacht auf R\u00fcckenmarkverletzungen besteht, sollten Laien am Unfallort warten, bis professionelle Hilfe eintritt, sofern der Verletzte keinen weiteren Gefahren ausgesetzt ist. Die Therapie eines\u00a0<strong>Paraplegie-<\/strong>Patienten\u00a0kann oft sehr lange dauern. Viele Patienten sind lange Zeit oder sogar dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen.<\/p>\n<p>Dadurch werden sie in ihrem Alltag stark eingeschr\u00e4nkt und m\u00fcssen sich mit einer neuen Lebenssituation vertraut machen.\u00a0<strong>Paraplegie<\/strong>-Patienten\u00a0m\u00fcssen zumindest zeitweise ihre Selbstst\u00e4ndigkeit aufgeben und sind von der Hilfe andererabh\u00e4ngig. Neben den k\u00f6rperlichen Beschwerden leiden viele Patienten daher auch an psychischen St\u00f6rungen. Durch die verminderte K\u00f6rperwahrnehmung ist das eigene Selbstbild gest\u00f6rt; dadurch entstehen Minderwertigkeitskomplexe und R\u00fcckzug aus der Gesellschaft.\u00a0<strong>Paraplegie<\/strong>-Patienten, die dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen sind, k\u00f6nnen jedoch durch eine entsprechende Ausstattung ihrer Wohnung und ihres Autos weitgehend Selbstst\u00e4ndigkeit und Unabh\u00e4ngigkeit zur\u00fcck erlangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als\u00a0Paraplegie\u00a0wird eine L\u00e4hmung der unteren oder oberen Extremit\u00e4ten bezeichnet, die durch R\u00fcckenmarkssch\u00e4digungen unterhalb des vierten Halswirbels entstanden ist. Mit der L\u00e4hmung einher geht auch der Verlust der Empfindungen. Die Ursachen einer\u00a0Paraplegie\u00a0k\u00f6nnen vielseitig sein. 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